Wie unser Familienschicksal unser Leben schreibt… und wie wir das verändern


Sebastian, 19, ist werdender Vater. Er steht mitten in seiner Ausbildung und erwartet in seiner jungen Beziehung Nachwuchs – kurz entschlossen spricht er bei seinem Chef vor, um das Ausbildungsverhältnis zu kündigen.


Sebastians Geschichte bringt die jüngsten Ereignisse in Bewegung…


„Meine Eltern haben sich nie um mich gekümmert. Meinem Vater war ich sch**egal. Ich will das nicht – ich muss für meine Kinder da sein, von Anfang an.“ Sein Leidensdruck ist groß. Die traumatische Erfahrung, von seinen Eltern nicht geliebt und gehalten gewesen zu sein, prägt seine heutige Empfindungs- und Handlungswelt: um seinem­­­ eigenen Schmerz zu entgehen und dieses Schicksal seinen eigenen Kindern vorzuenthalten, ist er bereit, die Basis und Substanz der Familie und seinen eigenen Werdegang wiederum zu zerstören.


Heilung kann das Drama erlösen


In diesem Beispiel wird sehr massiv deutlich, wie wichtig Heilung ist. Von Außen ist die Lösung vorstellbar und klar – es braucht eine Harmonie und Balance zwischen den Extremen. Der junge Mann sollte Raum und Zeit haben, mit Ruhe und erfülltem Erfolg seine Ausbildung zu absolvieren – und dennoch wertvolle gemeinsame Zeit mit seinem Kind und seiner ebenso jungen Partnerin verbringen, um diese ausreichend zu unterstützen. Doch wie kann das gelingen? Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit seinem Arbeitgeber ist sein innerer Druck enorm, eine rationale Handlung ist kaum vorstellbar.


Traumen und alte Verletzungen brauchen Unterstützung, um Heilung zu erfahren


Traumata und emotionale Verletzungen hängen wie „Energieknoten“ in unserem emotionalen Feld. Um diese nicht mehr zu erleben oder wach zu triggern, treten Menschen häufig in gegenteilige Muster. In unserem Beispiel ist Sebastian fest entschlossen, ins Gegenextrem vorzustoßen. Vielmehr noch: Von der eigenen Erschütterung und dem eingefrorenen Trauma initiiert, ist er nicht frei, „ruhigen Kopfes“ und mit dem Bauchgefühl verbunden eine umsichtige Entscheidung zu fällen. Dies ist klassisch für Traumata, hier führt der Weg idealerweise in die Heilung.


Wird das Trauma erlöst, entsteht Freiheit, neue Lösungen zu sehen und zu kreieren


Sebastians Empfindungswelt erscheint „wie eingefroren“; er hat sich als Junge, aus reinem Selbstschutz, entschieden „nicht mehr zu fühlen“ sowie seine eigenen Empfindungen abzulehnen. „Mit mir kann ja was nicht stimmen, das habe ich gedacht.“, bestätigt er heute. „Wenn meine Eltern mich nicht schützen.“ – So agiert er heute, als Erwachsener, fast kopflos, was seinen Chef veranlasst, fachlich Unterstützung zu suchen. Wir entkoppeln dieses Trauma, und helfen seine innere Ablehnung gegen sich selbst ein großes Stück weit aufzulösen. Er nimmt – schüchtern zunächst – wieder Verbindung zu sich selbst auf.


Kann ein Trauma sich lösen, entsteht eine neue Realität


Im Lauf der Sitzung bereits wird Sebastian immer klarer, seine Verbindung in sich selbst wird stärker. Er spürt sich selbst stetig ein Stückchen besser, so auch schließlich neue Ideen, zum Beispiel, dass er seinem Kind enorm viel schenkt, indem er ihm Zuverlässigkeit und Beständigkeit vorlebt, auch indem er eine solide Ausbildung absolviert, ein festes Einkommen generiert, dann aus ganzen Herzen bei ihnen ist. Er vereinbart einen Termin für seine Freundin, die aufgrund der Schwangerschaft ihre eigene Ausbildung beenden möchte und ihrerseits familiäre Vorbelastungen kennt. „Ein Elternteil, der abbricht, ist für den Anfang erst einmal genug. Da braucht es einen, der sein Ding hinkriegt. Und Lina hat mit den beiden dann eh erstmal alle Hände voll zu tun.“


Traumata können gelöst und geheilt werden


Oft begegne ich der Aussage und Annahme, Traumata müssten einfach so hingenommen werden. Man müsse damit leben. Meine Botschaft ist: das muss nicht sein – Traumata können auf sanfte und wunderbar nachhaltige Weise ausgelöst, entkoppelt und in Heilung gebracht werden. So können auch körperliche Beschwerden und Symptome, die aufgrund eines Traumas entstanden sind, gehen. In meiner Arbeit arbeite ich häufig mit Traumatisierungen, die immer wieder – auch im ganz Kleinen, aus der Frühkindheit, einer ungestillten oder unverarbeiteten Situation herrühren oder aus alltäglichen Verletzungen wie Trennungen, Scheidungen, unschönen Konflikten. Die gute Nachricht ist: Es gibt Heilung – und Veränderung! Alles ist möglich, wenn wir wissen dass es geht – und wie...




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