Beziehungskisten: Welches Geschenk & Potential darin steckt, wenn wir sie & uns selbst durchschauen


In der Paarbeziehungen begegnen wir uns selbst, ebenso wie wir unseren Partner immer besser und vertrauter kennenlernen. Muster und Konflikte verraten uns gleichermaßen viel über uns selbst wie über unseren Lieblingsmenschen. Und die gute Nachricht ist: selbst wenn sie uns noch so ärgern & verdrießlich stimmen im ersten Augenblick, bringen sie uns Meilenschritte weiter auf unserem Weg – raus aus alten Geschichten, hinein in die Liebe und zum Liebes-Glück. Wenn wir die richtigen Fragen und auch Weichen stellen.



Keine Verhaltens-Sache, das wurzelt tiefer

Lena ist 37, sie ist seit mehreren Jahren in ihrer Beziehung, immer wieder erwischen sie „überraschende Wut-Attacken, Vorwürfe und Trennungsdiskussion“ ihres Freundes kalt. Lena ist beruflich Coach, hat selbst viele Jahre bewusster Persönlichkeits-Arbeit hinter sich, sie kennt Lösungs- und Deeskalations-Strategien. „In diesem Fall nutzt mir das alles nichts. Das ist keine Sache auf der Verhaltens-Ebene. Ich stehe – wie vom Unwetter überrascht – mitten auf dem Berg und habe keine Lösung. Ich fühle mich nur plötzlich so unendlich sinnlos und ohnmächtig. Ich weiß plötzlich nicht mehr, wie ich mir da selbst helfen kann.“



Eine ähnliche Situation hatte sie bereits in ihrer Kindheit

Die Frustration über diese „Unwetter“ in ihrer Beziehung und der Ärger führten uns zunächst in ein Seelenbild, das sich sehr schnell zeigte – ein Boot, allein auf offenem Meer, in ein plötzliches Gewitter geraten; sie selbst völlig überfordert und lösungsfrei. Das Bild führte uns weiter in ihre frühe Kindheit; hier hatte sie eben diese Empfindungswelt erlebt, wenn ihre Eltern – völlig überraschend – in heftigste Streitigkeiten verfielen mit Trennungsdebatten und wie wenig Sinn diese Beziehung noch hätte, „und am nächsten Tag war das ganze plötzlich vorbei, sie hatten unerklärlicherweise Spaß miteinander, als wäre das alles nie gewesen. Aber in mir hing die ganze Situation noch. Ich habe das irgendwo in mir mitgetragen…“



Kinder verunfallen emotional, wenn sie sich überfordert und allein gelassen fühlen

Lena war in dieser für sie nicht fassbaren Lage als Kind überfordert und wie „verunfallt“, ihre Versuche zu schlichten hatten ihr lediglich Wut und Zorn ihres Vaters zugetragen, manchmal wurde sie verprügelt. Hier lag so viel unterdrückter Groll und Aggression, dass Lena selbst überwältigt war. „Ich habe das all die Jahre so tief in mir unterdrückt, jetzt ist alles wieder da. Aber es fühlt sich neu an, so als könne es jetzt abfließen, es will nicht mehr länger im Verborgenen bleiben.“ Der Spiegel dieser bis dato unerlösten emotionalen Situation ihrer Kindheit zeigte sich in ihren – auch vorherigen – Beziehungen, erzählte Lena dann. Wir konnten den emotionalen Teufelskreis durchbrechen, und alte Wunden in ihr heilen.



Ausagieren versus heilen

Heilung passiert, wenn wir Zugang zu diesen alten, oft in uns tief verborgenen Empfindungswelten und Verletzungen finden – und liebevoll Zusammenhänge sehen, verstehen und neue Bewertungen finden. Das Ganze einordnen und so verarbeiten können. Das ist das Gegenteil davon, auf Beziehungsebene Eskalation zu wagen und auszuagieren, was an Wut und Zorn gerade im Raum ist. Das schürt die Verletzungen nur weiter an. Trigger gibt es immer mal wieder – die Frage ist nur: Wie gehst Du damit um? Warum triggert mich das in diesem Moment? Wo dockt diese jetzige Situation in mir an, welche Gefühle steigen in mir hoch? Das ist der Beginn einer inneren achtsamen Kommunikation und Teamarbeit mit uns selbst. So können wir alte Erfahrungen und Erlebnisse aufzuräumen und neue Informationen einzugeben.

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